Montag, 22. November 2021

Die Kulturschaffenden sind zusammengerückt

Die Kultur- und Veranstaltungsbranche diskutierte in der MOLKE die Zukunft der Branche.
Matthias Klingler, Sebastian Striegel und Julian Hutter diskutieren auf der Couch in der MOLKE.
Matthias Klingler, Sebastian Striegel und Julian Hutter diskutieren zum Einstieg der „Fishbowl“-Runde über die Zukunft der Veranstaltungsbranche

Beim Zukunftscamp für die Kultur- und Veranstaltungsbranche in Friedrichshafen diskutierten am Donnerstag, 18. November über 30 Expertinnen und Experten aus der Region die Auswirkungen der Corona-Krise auf das kulturelle Leben in Friedrichshafen.

Als Veranstaltungsort war das Jugend- und Kulturzentrum MOLKE mit Bedacht gewählt worden: Wie viele Angebote in der Stadt ist es als Kulturzentrum nicht so im Bewusstsein der Häfler Bevölkerung und zum anderen steht es für Jugendkultur und -beteiligung in der Stadt. Diese war auch eines der drei Themen der Online-Diskussionsveranstaltungen des Kulturbüros im Sommer und Herbst. Sarah Baltes, Leiterin des Kulturbüros, diskutierte zusammen mit dem Journalisten Jens Poggenpohl und Claus-Michael Haydt, dem Geschäftsführer des Kulturhauses Caserne, die Ergebnisse der Gesprächsrunden zu Jugendkultur, Häfler Identität und nachhaltigen Kulturveranstaltungen. Deutlich wurde, dass die Jugend besonders unter den Corona-Einschränkungen und den dadurch fehlenden Kulturangeboten leidet: Gelegenheiten zum Experimentieren, Entdecken und Zusammenkommen fehlten und fehlen immer noch. Eine herausragende Bedeutung für die kulturelle Identität der Stadt haben die Vereine, deren Arbeit auch massiv durch Corona betroffen ist, und eine Kultur der Ermöglichung.

Trotzdem wurde auch optimistisch in die Zukunft der Kultur- und Veranstaltungsbranche geblickt. Während der letzten Monate sind die Kulturschaffenden in Friedrichshafen spürbar zusammengerückt und haben die Vernetzung, Zusammenarbeit und den Austausch vertieft. Ein neues gemeinsames Veranstaltungsformat ist für 2022 geplant.

Die Coronakrise beschleunigt zwar viele Probleme, sie wirkte aber auch wie ein Kreativitäts-Booster. Viele neue Kooperationen und Veranstaltungsformate sind entstanden. Sichtbar ist das auch in der Stadtverwaltung selber: Das Zukunftscamp ist eines der Ergebnisse der vertieften Zusammenarbeit von Graf-Zeppelin-Haus, Kulturbüro, Stadtmarketing und Tourist-Information.

Vorgestellt wurde auch eine neue Portalseite auf der Webseite der Stadt Friedrichshafen. Unter www.friedrichshafen.de/veranstalter sollen in Zukunft alle, die eine Veranstaltung wie zum Beispiel ein Vereinsjubiläum, eine Firmenveranstaltung, ein besonderes Familienfest oder Konzert planen und professionelle Hilfe benötigen, fündig werden. Denn auf der Seite werden die Firmen und Dienstleister der Branche aus Friedrichshafen und Umgebung vorgestellt. Firmen, die sich kostenlos in das Verzeichnis eintragen lassen wollen, könne ihre Daten über ein Onlineformular erfassen.

In einer abschließenden „Fishbowl“-Gesprächsrunde schilderten Vertreter aus Veranstaltungs- und Kulturbranche, wie sie in den letzten Monaten mit der Krise umgegangen sind und welche Befürchtungen und Hoffnungen sie angesichts der aktuellen Lage haben.