Dienstag, 19. Juli 2022

Das Seehasenfest lockte 157.000 Festbesucher an

Einen Tag nach dem Seehasenfest haben die Verantwortlichen von Seehasenfestpräsidium, Stadtverwaltung, Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr Bilanz gezogen: „Nach zwei Jahren Pause haben wir ein überaus gut besuchtes, sonniges und weitestgehend friedliches Seehasenfest erlebt“, betont Dieter Stauber, Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen.
Ankunft Seehas
Ankunft Seehas, Foto: Stefan Trautmann

„Einen Schatten wirft der Brand des Grillstandes auf das Fest, bei dem sich der Schaden zum Glück auf zwei Personen mit leichten Atemwegsbeschwerden und den Sachschaden begrenzt“, betont Dieter Stauber. „Der Einsatz ist gut und schnell verlaufen, durch das schnelle Eintreffen der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden.“ Keine drei Stunden nach Ausbrechen des Brandes konnte der am Montagnachmittag gesperrte Bereich der Uferpromenade wieder freigegeben werden. Auch der unmittelbar benachbarte Grillstand wie auch der Festgarten auf der anderen Seite konnten den Betrieb wieder aufnehmen. „Besonders möchte ich mich bei den Festgästen bedanken, die den betroffenen Bereich so schnell und geordnet geräumt haben, das war vorbildlich.“ Der Einsatz habe auch gezeigt, dass das Sicherheitskonzept für das Seehasenfest sich bewährt habe. „Die Feuerwehr war bereits knapp acht Minuten nach Alarmierung vor Ort“, ergänzt Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung.

157.000 Seehasenfest-Gäste

An den fünf Festtagen vom 14. bis 18. Juli 2022 kamen geschätzt 157.000 Besucherinnen und Besucher (2019: rund 140.000) in den Vergnügungspark, die Festgärten, auf das Spiel- und Aktionsgelände von Spielehaus und Spielbus, zum Festzug und natürlich zum Feuerwerk am Abend an die Uferpromenade und auf das Festgelände am Hinteren Hafen. Der Samstag, an dem abends auch das Feuerwerk stattfand, war mit geschätzten 69.000 Besucherinnen und Besuchern der stärkste Tag des Seehasenfestes. Insgesamt wurden wie bei früheren Festen rund 30.000 Festabzeichen verkauft.

Festzug „Der Seehas und seine Freunde in aller Welt“

Geschätzt besuchten auch mehr Gäste als im Vorjahr den Festzug am Sonntag, der erstmals auf den Vormittag verlegt worden war. „Bei den Temperaturen hat sich sehr überzeugend gezeigt, dass das eine sehr gute Entscheidung war“, sagt Christine Waggershauser, die gemeinsam mit Kai Nopper den Vorsitz des Seehasenpräsidiums übernommen hat. Rund 4.500 Schülerinnen und Schüler, 400 Lehrerinnen und Lehrer, zahlreiche Festwagen, 19 Musikgruppen und Fanfarenzüge sowie Pferdekutschen zogen bei sommerlichen Temperaturen durch die Innenstadt. Die ehemaligen Erstklässler von 2020 und 2021 durften mit speziellen von der Stadt gesponserten T-Shirts den Festzug eröffnen und die Zuschauer konnten einen neuen Festwagen bestaunen: den Wendelgard-Wagen.

730 Kinder bekommen Hasenklee

„Die Begeisterung der Erstklässler am Samstag war schier unglaublich“, betont Kai Nopper. „Die Kinder konnten den Seehas kaum erwarten, haben sich unglaublich ins Zeug gelegt und pure Freude verbreitet – das war für uns alle ein ganz besonderer Moment.“ 730 Erstklässler konnten am Samstagmittag ihren Hasenklee in Empfang nehmen. Und auch der Seehas war tief bewegt, berichtet Christine Waggershauser: „Er hat mehr als 20 Auftritte absolviert und wurde überall mit großer Begeisterung empfangen und am Montagabend dann auch wehmütig verabschiedet. Aber er hat ganz fest versprochen, im nächsten Jahr wieder zu uns zu kommen.“

Rummel, Stände und Festgärten

45 Fahrgeschäfte und Spiele, 56 Imbissstände sowie 34 Stände mit Kunsthandwerk, Schmuck und diversen Geschenkartikeln sowie sechs Festgärten lockten die Besucher auf den Rummel am Hinteren Hafen und auf das Festgelände entlang der Uferstraße. „Das sonnige Wetter und die warmen Abende haben mehr Besucher angezogen, die dann auch für bessere Umsätze gesorgt haben“, berichtet Cathrin Batzner, verantwortlich für Märkte und Veranstaltungen. „Die Schausteller, Festwirte und Standbetreiber sind sehr zufrieden.“

Spiel- und Aktionsgelände von Spielehaus und Spielbus
Auf dem Spiel- und Aktionsgelände von Spielehaus und Spielbus ging es von Samstag bis Montag hoch her: Kinder, Eltern und Großeltern hatten Spaß bei kreativen Mitmachaktionen, Spielen, in den verschiedenen Werkstätten, auf den Spielinseln, beim Kindertheater und auch beim Verweilen und im Familiencafé.  Rund 3.900 Besucherinnen und Besucher kamen auf das Gelände, schätzt das Spielhaus-Team. Das täglich stattfindende Kindertheater unter freiem Himmel wurde von 1.600 Zuschauern besucht. Das Clownduo Herbert und Mimi und die Akrobatikclowns Alex & Joschi haben mit ihren fantasievollen Stücken die Besucher verzaubert und zum Lachen gebracht. „Die Resonanz der Besucherinnen und Besucher war überwältigend: Glückliche Kinder – glückliche Eltern“, berichtet Yannick Wiest, stellvertretender Leiter des Amts für Soziales, Familie und Jugend. Jeden Tag haben sich Eltern persönlich für den engagierten Einsatz des Spielehausteams bedankt.

MOLKE mit Chill-Out-Area und ALOA-Bar

Jugendliche, junge Erwachsene und Eltern mit Kindern nutzten wieder ausgiebig die Chill-Out-Area und die ALOA-Bar des Jugend- und Kulturzentrums MOLKE, und fanden im Trubel der Festmeile einen entspannten Bereich mit gekühlten, alkoholfeien Getränken, Cocktails und Snacks. „Am Samstag und Sonntag lief es besonders gut“, freut sich Yannick Wiest. „Tatsächlich gingen uns deshalb aber am letzten Tag die Vorräte aus – die wir schon vor dem Fest aufgestockt hatten – was aber dank des Andrangs nicht ausreichte.“ Daher musste die ALOA-Bar am Montag geschlossen bleiben.

Feuerwehr, Polizei und Sanitätsdienste

Die Feuerwehr Friedrichshafen war mit 120 ehrenamtlichen Einsatzkräften im Seehasenfestdienst und sorgte für den Betrieb der gemeinsamen Einsatzleitung, besorgte die Brandwache auf dem Festgelände, war im Graf-Zeppelin-Haus dabei und gewährte gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und dem Baubetriebsamt der Stadt Friedrichshafen den mobilen Zufahrtsschutz beim Festzug und während des Feuerwerks am Samstag. Bis auf den Brand des Grillstandes vermeldet Hans-Jörg Schraitle keine besonderen Vorkommnisse. Allerdings wurden vom Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung bereits im Vorfeld 16 Aufenthaltsverbote ausgesprochen, berichtet Schraitle: „Diese Maßnahme hat sich bewährt und sehr positiv auf die polizeilichen Vorkommnisse ausgewirkt.“

Volkmar Rees, Leiter des Polizeireviers Friedrichshafen, bilanziert: „Insgesamt war das 72. Seehasenfest grundsätzlich von einer friedlichen und positiven Grundstimmung geprägt.“ Insgesamt stellte die Polizei 45 Straftaten mit unmittelbarem Bezug zum Seehasenfest bzw. Festgelände fest (2019: 75 Straftaten), die vor allem typische für große Veranstaltungen sind, wie etwa Körperverletzungen, Diebstähle und Beleidigungen. „Dort wo viele Menschen sind, Alkohol konsumiert wird, dort entstehen eben auch Konflikte“, so Rees. Ein Polizeibeamter wurde tätlich angegriffen und dabei leicht verletzt. Erneut im Einsatz waren die Jugendschutzteams der Polizei, die ein spezielles Auge auf unerlaubt Alkohol konsumierende und rauchende Jugendliche richteten. Aufgrund sehr starker Alkoholisierung wurden sechs Jugendliche ihren Eltern übergeben.

Von den Rettungsdiensten Johanniter und Deutsches Rotes Kreuz wurden 230 Personen versorgt und behandelt (2019: 180), von Schnittverletzungen bis hin zu Kreislaufproblemen oder Wespenstichen. 27 Festgäste wurden zur weiteren Behandlung oder Abklärung in eine Klinik transportiert.

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte wieder von THW und DLRG. Und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Baubetriebsamtes hatten vor, während und nach dem Fest ordentlich zu tun mit allen Bauten, Terrorblockaden und Installationen entlang der Festmeile – und der Sicherung des abgebrannten Grillstandes.

OB Brand: „Ein ganz besonderes Seehasenfest"

Das Seehasenfest 2022 war ein außergewöhnliches Seehasenfest – auch für Oberbürgermeister Andreas Brand, der während des gesamten Festes vom Ersten Bürgermeister Fabian Müller vertreten wurde: „Dass ich dieses erste Seehasenfest nach zwei Jahren Pause coronabedingt verpassen musste, ist mir ganz schön schwer gefallen, zumal ich viele Berichte gehört und gelesen und Bilder gesehen habe, die alle eine Sprache sprechen: Es war ein ganz besonderes Seehasenfest, ein Kinder- und Heimatfest, das den großen und kleinen Seehasen-Fans unglaublich viel Freude gemacht hat. Nach dieser langen Durststrecke ohne Seehas ist geradezu ein Knopf aufgegangen und fröhliche Feierlaune hat sich breit gemacht – beim Hasenklee, auf dem Rummel, beim Festzug, in den Festgärten, auf dem Aktionsgelände und bei den vielen sportlichen und spaßigen Wettkämpfen. Schön, dass der Seehas wieder bei uns Häflerinnen und Häflern und vor allem bei den Kindern war! Ich danke allen Beteiligten, die dieses besondere Seehasenfest möglich gemacht haben, den beiden Seehasenfest-Präsidenten Christine Waggershauser und Kai Nopper, dem gesamten Präsidium, den unzähligen Helferinnen und Helfern, Ehrenamtlichen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – und natürlich unserem Ersten Bürgermeister Fabian Müller, der so unverhofft ins kalte Wasser springen musste – und mit Bravour sein erstes Seehasenfest als mein Vertreter gemeistert hat. Danke!“

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