Montag, 05. August 2019

„Das Kulturufer ist ein wunderbares Fest“

Positive Bilanz zogen die Organisatoren des Kulturufers am Montag: Zehn Tage lang, vom 26. Juli bis 4. August, hat das Kulturufer mit einem vielfältigen Programm zahlreiche Menschen aus Stadt und Region erreicht: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Menschen mit unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichen Szenen oder Kulturen. Insgesamt waren geschätzt 130.000 Besucherinnen und Besucher auf dem Kulturufer.
Straßenkünstler beim Kulturufer
Straßenkünstler beim Kulturufer

„Das Kulturufer ist ganz einfach ein wunderbares Fest für Kinder, Kulturfreunde und Liebhaber des Kunsthandwerks. Dieses Fest zeichnet Friedrichshafen aus und zeigt, wie vielfältig, lebendig und offen unsere Stadt ist“, sagt Andreas Brand, Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen mit Blick auf zehn friedliche Kulturufer-Tage. „Auch das 35. Kulturufer wurde geprägt von den vielen Menschen, die es aus Nah und Fern besuchen, von den Künstlern in den Zelten und auf der Uferpromenade, den Kunsthandwerkern und den Organisatoren und vielen Helfern. Mein herzlicher Dank geht an alle, die zu einem friedlichen und fröhlichen Fest voller Leichtigkeit und Freude beigetragen haben.“

Geboten wurden insgesamt 20 Veranstaltungen in den Zelten, zwei Matineen an den Sonntagen, fünf Mal Open-Air-Kino, zehn Mal Kindertheater, 26 Konzerte in der Musikmuschel sowie auf dem Soundsofa beim Jugend-KULT-Ufer mit Aloa-Bar und Molke-Café, 27 Straßenkünstler als Einzelkünstler und Gruppen mit zahlreichen Auftritten auf der Uferpromenade, Künstler und Musiker, die spontan aufgetreten sind, die große Aktionswiese des Spielehauses und der Kunsthandwerkermarkt.

Vielfältiges Programm mit zahlreichen Höhepunkten

„Das Kulturufer hat eine Programmvielfalt ohne Scheuklappen geboten, orientiert an einem offenen Kulturbegriff, der Platz lässt für alle Formen des kulturellen Geschehens mit Künstlern, die an Musik- oder Schauspielschulen studiert haben und mit freien Künstlern aus verschiedenen Kontinenten“, betont Winfried Neumann, Leiter des Kulturbüros der Stadt Friedrichshafen. Das Programm jedenfalls kam beim Publikum ausgesprochen gut an: Bei den 37 Veranstaltungen, die Eintritt gekostet haben waren, wurden 12.830 Tickets verkauft. Dies ist gegenüber dem Durchschnitt der letzten Jahre eine Steigerung um 1.000 zahlende Besucher und entspricht einer Auslastung von 85 Prozent. „Highlights im Programm waren der starke und großartige Beginn mit Familie Flöz und ein grandioses Finale mit der Peridance Company. Herausragend waren außerdem Florian Schroeder, Claire Huangci, Radio Doria mit Jan Josef Liefers, Pippo Polina, das N.N. Theater und viele andere Künstler“, sagt Neumann.

Open-Air-Kino drei Mal ausverkauft

Das Open Air-Kino, organisiert in Kooperation von Studio 17 und Kulturbüro, konnte einen Besucherrekord verzeichnen. Alle fünf Filme konnten dank guter Wetterlage gezeigt werden und die Resonanz war mit 2.430 Besuchern außerordentlich gut. „Von fünf Open-Air-Filmen waren drei ausverkauft – die Zahlen sind dieses Jahr wirklich höchst erfreulich.“ zieht Anika Bollinger vom Kino Studio 17 Bilanz. Ausverkauft waren mit jeweils 600 Zuschauern die Filme „Der Junge muss an die frische Luft“, „25 km/h“ und „Bohemian Rhapsody“.

Neue Akzente bei der Aktionswiese

Die Aktionswiese konnte an neun Tagen neue Akzente setzen – bei jedem Wetter. Die Spielehaus-Mission „Wir wollen etwas bewegen für Kinder und Eltern“ wurde in vielen Bereichen aufgegriffen: Besonders das freie und selbstbestimmte Spiel der Kinder, Schaffung von Freiräumen und Werkstätten mit Upcycling-Ideen haben den Konsum klein gehalten. Spiele, Werkstätten, Theateraktionen, tausende von Kindern und Eltern konnten kreativ sein, eigene Ideen entwickeln und wurden selbst zu Akteuren, unterstützt von einem Powerteam mit viel Herz und Know-How. „Die Besucherzahlen waren überwältigend“, zieht Margret Beck für die Aktionswiese Bilanz. „Bis zu 1.500 Menschen täglich waren aktiv auf der Aktionswiese. Sogar am ‚verregneten Samstag‘ konnten wir bis zu 600 große und kleine Besucher zählen. Und auf die Hitze bei diesem Kulturufer konnten wir mit der neu angeschafften 18 Meter langen Turbo-Wasserrutsche antworten, ein absolutes High-Light.“

Die Spielwiese mit 24 Meter Rollenrutsche, Bauzelten, Bewegungsparcours und am ersten Wochenende mit der Mini-Dampfeisenbahn auf 60 Meter Schienen bedeutete Bewegung, Spaß und unglaubliche Spielfreude. Sogar Warteschlangen gab es teilweise bei den Werkstätten beim Boote basteln, T-Shirt drucken oder der Tape Art, der Kunst mit dem Klebeband. Die Werkaktion „Bau eine Bank für die Kinder im Spielehaus“, gestaltete sich zum Teil schwierig, da die Besucher die Klappbänke unbedingt kaufen wollten. „Doch jetzt haben die Spielehaus-Kinder Bänke zum Treffen und Quatschen“, freut sich Margret Beck.

Auch die neuen Theateraktionen zum Mitspielen, wie „Das Archiv des Weltensammlers“ oder „Flying Waste“, ein großes Mobile mit gesammelten Kulturufermüll und das Geisterkabinett „GruselGewusel“ sorgten für tolle Resonanz: Immer wieder haben sich die Besucher beim Aktionswiese-Team bedankt für die tollen Mitmachideen.

Jugend-KULT-Ufer zieht an

„Die vielen meist jungen Bands und Künstler haben das Jugend-KULT-Ufer auch dieses Jahr mit einer großen musikalischen Vielfalt bereichert und die ganz besondere und beliebte Jugend-KULT-Ufer-Atmosphäre geprägt“ sagt Helen Baur, Mitarbeiterin des Jugendzentrums MOLKE zum Abschluss. 19 Bands standen auf dem Programm der MOLKE-Muschel, dazu kam eine Open Stage mit Jam-Session und das SoundSofa-Programm an sechs Abenden. Insgesamt 6.000 Besucher kamen zu den Konzerten, nochmal so viele konnten die ALOA-Bar (Alles ohne Alkohol) und das MOLKE-Café zählen.

Auch die kreativen Werkstätten Jugend-KULT-Werkstatt und das „IdeenReich” mit den Schwerpunktthemen Klimaschutz und UN-Kinderrechtskonvention waren bei knapp 1.000 Jugendlichen gefragt: „Viele Jugendliche haben beim Jugend-KULT-Ufer durch die kreative Auseinandersetzung in den Werkstätten und bei den Angeboten eine neue Sichtweise auf ihre Rechte in der Gesellschaft bekommen. Bei den Kreativangeboten stand das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt und die Jugendlichen hatten viel Spaß am Re- und Upcycling“, betont Helen Baur.

Kunsthandwerkermarkt – Vielfalt pur

48 Kunsthandwerker und Händler bereicherten dieses Jahr den Kunsthandwerkermarkt beim Kulturufer. Und auch hier gab es überaus positive Rückmeldungen der Standbeschicker: „Für viele ist das Kulturufer die schönste Veranstaltung im ganzen Jahr und die Vorfreude auf 2020 ist sehr groß“, betont Petra Schömer, stellvertretende Amtsleiterin des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung (BSO). „Neue Standbeschicker, die das erste Mal auf dem Markt waren, hoben vor allem die entspannte und schöne Atmosphäre des Marktes hervor.“ Alle Kunsthandwerker und Händler – bis auf einen – waren mit den Umsätzen zufrieden bzw. sehr zufrieden, auch wenn der Regen am ersten Wochenende zu Umsatzeinbußen geführt hat.